Kleine Teufelsküche und Wackelstein bei Tirschenreuth

von Berthold Weber, Weiden

Die Kleine Teufelsküche Bei Tirschenreuth zeigt eine Felswand mit vorwiegend Wollsack-verwitterten Granitblöcken. Im Lauf eines durchquerenden Baches liegen ungerichtet aus dem Verband gelöste Blöcke. Der Wackelstein ist ein eiförmiger solitärer Felsblock auf einem Felsturm mit einer sehr kleinen Auflagefläche.


Der Wackelstein in der kleinen Teufelsküche

Südwestlich von Tirschenreuth, genau 250 Meter südöstlich des südlichen Endes des Rothenbürger Weihers befindet sich am Klingenrangen die sog. Kleine Teufelsküche, ein natürlicher Granit-Hangaufschluss am Lauf eines kleinen Bächleins. Die Lokalität ist nur über Wanderwege zu erreichen. Am südlichen Ende ist über einen Aufstieg ("Höhenweg") der Wackelstein zu erreichen, der dann linker Hand auf einem Felsturm liegt.

In der Kleinen Teufelsküche, wie auch in der ca. 1,4 km Luftlinie entfernten Großen Teufelsküche ist der spätvariskische Falkenberger Porphyrgranit aufgeschlossen. Der Granit zeigt hier großformatige Feldspatkristalle (bis 5 cm), teils eingeregelt, d.h. mehr oder weniger parallel ausgerichtet. Beeindurckend ist die für den Granit typische Wollsackverwitterung besonders am Wackelstein, einem stark gerundeten Felsblock auf einem Granitturm.


Der Wackelstein ruht nur auf einer kleinen, hangabwärts gerichteten Auflagefäche. Als Endphase der Wollsackveritterung bilden sich in Granitgebieten immer wieder solche Wackelsteine. Mitunter können diese Steine von Hand oder mit einem Hebel tätsächlich bewegt werden. Öfters, wie auch hier steht der Name aber eher für den wackeligen Aufbau.

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Ein kleiner Bach, übrigens der gleiche, der weiter südlich schon die große Teufelsküche durchquert hat, hat auch hier den Granitgrus zwischen den Blöcken fortgeführt uns sich so zwischen die Blöcke eingegraben. An einigen Stellen ist nur ein Gurgeln zun Rauschen zu hören, der Bach aber zwischen den Blöcken verschwunden. Ähnlich wie beim Doost liegen auch hier zahlreiche wohl vom steilen Hang herabgestürzte Blöcke ungerichtet im Bachlauf. Allerdings fehlen fluviale Formen weitgehend, dafür ist das Gefälle und die Wasserführung zu gering.


Die Klüfte im Granit erscheinen bei der Kleinen Teufelsküche öfters recht unsymmetrisch. Während man vielfach in Granitaufschlüssen weitgehend senkrechte Klüftung und oft horizontale Bankung sieht ist hier -möglicherweise durch jüngste tektonische Bewegungen- eine komplexe Frakturierung aufgeschlossen.

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Das Naturdenkmal Kleine Teufelsküche wird vom LfU unter Geotop-Nr. 377R018 als geowissenschaftlich bedeutendes Geotop geführt.

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