Das Besucherbergwerk "Kocher-Stollen" bei Wölsendorf
von Berthold Weber, Weiden

Östlich Wölsendorf (1,8 km) wurde mit dem Heinrich-Kocher-Stollen ein weniger mächtiges Flußspat-Vorkommen (der "Kochergang") angefahren. Die Grube wurde am 1. Mai 1937 eröffnet und bis 1952 betrieben, war dann 1995 bis 2009 Besucherbergwerk und sehenswertes Geotop.

Der Kocherstollen verfügt über zwei Luftschächte (einer neu als Notausstieg für das Besucherbergwerk angelegt). Oberirdisch wurde das Vorkommen ebenfalls angegangen, wobei ein Pingenzug noch sichtbar ist (auf ca. 150 Meter Länge). Geophysikalische Messungen über Tage haben Anfang der 70-er Jahre nochmals zu dem Vorschlag geführt, den Kochergang, der möglicherweise im Naabrankengang nicht nur seine Fortsetzung findet sondern vieleicht sogar mit diesem in Zusammenhang steht, vom Verbundbergwerk Marien-Johannesschacht aus aufzufahren. Dieser Querschlag hätte über eine Mio. DM gekostet und wurde dann doch nicht realisiert. Wenngleich diese Grube auch nur eine weniger bedeutendes Flußspat-Bergwerk war, so waren die langen Stollen und Abbau-Spalten doch sehr beeindruckend. Für Mineraliensammler sind die alten Pingen immer wieder Anziehungspunkt.
 
Violetter Flußspat, tiefschwarzer Stinkspat (auch Oktaeder), seltener graugrüner Fluorit, Baryt, wenige Erz- und Uranmineralien (besonders Torbernit), das ist alles, was man heute vom "Kocher-Gang"  in den Sammlungen sehen kann. Als Raritäten gelten die cm-großen, violetten, von Quarz (weiße Kristallrasen) überwachsenen Oktaeder, die zeitweise auftraten. Früher kaum Beachtung fanden Perimorphosen (häufig nach Kalkspat ) und Pseudomorphosen von Quarz nach Fluorit (-Oktaedern). Aus dem Kocherstollen stammen aber auch gute grüne Flußspatkristallstufen (siehe Fundstück des Monats fdm26.htm).

Der Bergknappenverein Marienschacht Wölsendorf e.V. Hatte es sich zur Aufgabe gemacht, diese Geotop in Form eines Besucherbergwerks zu erhalten und auszubauen.Im Sommer 2009 kam es zu einem Einsturz im vorderen Bereich. Die weiteren Umstände (Nichtverlängerung des Pachtvertrags mit dem Grundstückeigentümer und die hohen Kosten eines sicheren Ausbaus) haben Ende 2010 die Verantwortlichen gezwungen von einer Wiedereröffnung abzusehen. Der Heinrich-Kocher-Stollen wird vermutlich verfüllt und ist Geschichte.

Literatur:

  • Zeitungsbericht vom Dezember 2010: http://www.oberpfalznetz.de/onetz/2602839-128-P2,1,0.html
  • Links:


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