Literaturschau zum Oberpfälzer Schmirgel/Smirgel*

*) Smirgel (früher ohne 'ch' geschrieben)

Die Bezeichnung "Oberpfälzer Schmirgel" steht für ein aus Granat (früher) natürlich hergestelltes Schleifmittel. Heute wird Siliziumcarbid (=Karborund, chem. SiC, Mohshärte 9.6), Korund (Al2O3, Mohshärte 9) und Diamant (C, Mohshärte 10) technisch (künstlich) hergestellt. Granat mit seiner Mohshärte von 7-7,5 ist nur geringfügig härter als Quarz und wird deswegen als Schleifmittel praktisch nicht mehr benötigt.

MEYERS Konversationslexikon 1888 (Seite 540, Band 2)

"Schmirgel bei Albertsried und Wilchenreuth in der Oberpfalz"


MEY: (Festschrift zum 700-jährigen Jubiläum der Fahrenberg-Wallfahrt) 1904

"Aus reichlich mit Granaten durchsetztem Diorit- und Hornblendegestein entsteht durch Zersetzung Smirgel. Solcher findet sich in der verlassenen Theresienzeche bei Waldau, reicher und besser außerhalb unseres Berggebietes bei Albersrieth und Woppenrieth."


KRETZER: 1912

"Bemerkenswert ist der hohe Gehalt an Granat, der in den Gesteinen hier sich findet: bei dem nahegelegenen Irchenrieth wurden in dem Pegmatitbruch Granatkristalle von über 25 cm Durchmesser gefunden, bei Trauschendorf steht im Gneis ein Granataplit an, allerdings nicht von erheblicher Ausdehnung. An manchen Orten, wie zwischen Irchenrieth und Michldorf, führt der Gneis Granat in sehr bedeutender Menge. Auch die Versuche auf 'Oberpfälzer Smirgel' die hier an verschiedenen Stellen zu beobachten sind und bei Irchenrieth auch zu einem mehrere Jahre dauernden Abbau führten, sind auf den überaus grossen Granatgehalt der anstehenden Gesteine zurückzuführen."

"Albersrieth und Erpetshof sind Fundorte des bekannten 'Oberpfälzer Smirgels'. Der wichtige, zum Schleifen dienende Bestandteil des Smirgels iast Granat, der in stark verwittertem, durch und durch verrostetem Gneis auftritt, welcher Einlagerungen (Putzen) im Granit bildet; das brauchbarste Rohmaterial ist von brauner Farbe; hier ist das Gestein durch Zersetzung und durch Verrostung ursprünglicher Sulfide so in seinem Gefüge gelockert, dass beim Pochen sich leicht die Granaten aus dem zu Staub zerfallendem übrigen Gestein lösen, welches dann abgeschlämmt wird. - Nach der Tiefe zu, etwa bei 15 m, geht derselbe in 'grünen Smirgel' über, der aus frischem Gestein besteht, in dem die Verrostung noch nicht so weit fortgeschritten ist ist und die grüne Farbe des Chlorits gut erkennbar ist. ... Bei Erpetshof ist der braune Smirgel schon ausgebeutet und deshalb der Betrieb bereits eingestellt; bei Albersrieth, in der Maximilianszeche, wird noch weiter gearbeitet, aber auch dort wird die Grube bald erschöpft sein. ... Eine alte, längst aufgegebene Grube, die Wilhelsmszeche, findet sich an der Strasse Vohenstrauss-Weiden, ungefährt in der Höhe von Zesmansrieth; auch sie liegt im Granit in der Grenze gegen den Gneis, was ja für die anderen Smirgelvorkommnisse gleichfalls zutrifft."

"Als Granatfels könnte man den Oberpfälzer Smirgel von Albersrieth und Erpershof bezeichnen; es ist ein Granatgneis mit ganz ungewöhnlich hohem Gehalt an Granat, der wohl 5/6 des gesamten Gesteins ausmacht. Der Granat ist von unzähligen Rissen und Sprüngen durchzogen, von Einschlüssen mannigfachster Art erfüllt und hier und da schlauchförmig korrodiert. Der Feldspat ist ganz zersetzt und nicht mehr bestimmbar."


VOLL: 1960

"In einzelnen der Gneise wird Granat so reichlich, daß die angewitterten Gesteine gewonnen werden. Sie werden gemahlen, geschlämmt, zerkleinert und als Schleifmittel verwendet. Die Schmirgel-Grube bei Albersrieth baut solchen verwitterten Granatgneis ab, und auch an anderen Stellen (bei Kaimling und Irchenrieth) wurden solche Gesteine früher abgebaut. Mit dem Leitzschen I-Tisch wurde für einen solchen Gneis der modale Mineralbestand bestimmt (Grube am Bahnübergang Albersrieth): Granat 49,2 Vol.-%, Biotit 11%, Plagioklas 21,3%, Quarz 8,1%, Erz 2,6%, Rutil Sp., Serizit 7,3%."
 
BAUBERGER in Erläuterungen zur Geologischen Karte 1:25000 Blatt Tännesberg
"Vor Herstellung künstlicher Schleifmittel (Karborund, Korund) wurde ein im wesentlichen aus roten Granatsplittern bestehendes Pulver, der 'Oberpfälzer Smirgel', als Schleif- und Poliermittel genutzt. Vom Gebiet des Kartenblatts sind zwei ehemalige Smirgelgruben bekannt, eine am Wolfsbühl (zwischen Kaltenbaum und Straßenhäuser), die andere 1,2 km südästlich von Leuchtenberg (Schacht zum Versuch auf Smirgel)."

 
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